Immer das Gleiche...

Ich stehe mit mir selbst auf Kriegsfuß, wenn es um Routinen geht. Hörst du auch ständig von Morgenroutinen, die eine Stunde und mehr beanspruchen? Menschen, die morgens Yoga machen, Kaffee trinken, meditieren und kalt duschen? Ich muss gestehen, dass mein morgendlicher Ablauf meistens daraus besteht, zu schlafen, bis der Wecker zum fünften Mal klingelt und ich am Ende doch wieder zur U-Bahn rennen muss.


Ich stelle aber auch fest, dass, wenn ich es doch schaffe zumindest meinen Kaffee in Ruhe zu trinken und mich 5 Minuten zu sammeln, der gesamte Tag ganz anders aussieht. Und wenn ich es sogar schaffe, am Morgen eine halbe Stunde zu schreiben, ich mit einem ganz anderen Gemüt zur Arbeit gehe, nein, schwebe. Deshalb habe ich beschlossen, der Sache auf den Grund zu gehen und die Routine etwas genauer zu durchleuchten.

Die einen schwören darauf, den anderen wird bei diesem Wort schlecht. Routinen haben eine Menge Nachteile und auch Vorteile. Sie können krank machen, wenn sie uns keinen Spaß machen. Sie zerstören Ehen, weil wir uns gegenseitig langweilen und trotzdem haben wir so viele unbewusste Routinen, dass wir nicht mehr der gleiche Mensch wären, würden wir sie weglassen.


Wenn sich in der Partnerschaft der Alltag einschleicht, dann ist alles nicht mehr ganz so spannend. Das bedeutet aber auch Vertrauen. Unser Partner fühlt sich mit uns so wohl, dass er sich fallen lassen kann und so sein kann, wie er ist.

Im Job kann es uns zur Kündigung treiben, wenn wir Tag für Tag das Gleiche tun und trotzdem bedeutet es auch, dass wir eine Sache wirklich gut können. Wir müssen nicht darüber nachdenken. Routinen können uns krank machen, wenn sie uns keinen Spaß machen. Wir befinden uns währenddessen trotzdem in unserer Komfortzone, weil wir wissen, dass wir diese Sache richtig gut können. Mal ehrlich, niemand von uns will täglich seine Komfortzone verlassen.

Es gibt Menschen, die so stark unter Depressionen leiden, dass sogar die kleinste Routine, wie Zähneputzen zur Herausforderung wird. Schritt für Schritt führt man sie zu einem geplanten Tagesablauf, weil Routine auch Stabilität bedeutet. Ich kenne eine Frau, die sich vorgenommen hat, jeden Abend für 30 Sekunden auf einem Stuhl zu stehen. Und das tut sie, seit Jahren, egal wo sie ist. Sie sagt, es gäbe ihr Halt, denn egal was um sie herum passiert, nichts hält sie davon ab jeden Abend vor dem Schlafen auf diesem Stuhl zu stehen.

Fange klein an, und mache eine Sache jeden Tag. Wenn du am Nachmittag fünf Minuten deine Augen schließt und in dich gehst wirst du Power für den Abend haben. Wenn du am Abend drei Dinge aufzählst, die heute toll waren, wirst du mit einer anderen Stimmung schlafen gehen.


Wir müssen nicht jeden Tag mit einem 2-stündigen Ritual in den Tag starten, aber wir sollten eine Möglichkeit finden uns jeden Tag zumindest kurz zu sammeln und etwas tun, das uns gut tut. Eine Sache, die uns Selbstvertrauen gibt weil wir uns in unserem hektischen Alltag darauf verlassen können, dass wir dieses Ritual beibehalten und die uns Stabilität verspricht, selbst wenn wir mitten im Sturm stehen.



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